Elgato Prompter im Test 2026: gute Hardware, echte Haken

Ryan Kowalski · 21. August 2026 · 8 Min. Lesezeit

Elgato Prompter mit Spiegelscheibe auf einem Streaming-Schreibtisch

Ich habe den Test des Elgato Prompter eine Weile vor mir hergeschoben, weil die Kategorie an sich recht speziell ist. Die meisten Creator, die ich kenne, greifen zu einer kostenlosen Teleprompter-App oder kleben ihr iPad an ein Lampenstativ. Der Elgato Prompter ist etwas anderes – ein Gerät für 250 Euro, das eine Spiegelscheibe vor deine Webcam setzt, damit du ein Skript ablesen kannst und dabei scheinbar direkt ins Objektiv schaust. Ich habe ihn zwei Wochen lang täglich an meinem Haupt-Streaming-Platz genutzt, bevor ich das hier geschrieben habe.

Die Verarbeitung ist besser, als ich erwartet hatte, die Software ist spartanisch, aber funktional, und für einen bestimmten Typ Creator ist das Gerät wirklich nützlich. Wenn du nicht dieser Typ bist, gibt es schnellere und günstigere Wege.

Was der Elgato Prompter tatsächlich ist

Der Elgato Prompter ist ein Hardware-Teleprompter mit Spiegelscheibe für Streaming- und Videoproduktion am festen Schreibtisch. Er wird vor der Webcam montiert und spiegelt über eine 9-Zoll-Glasscheibe im Winkel den scrollenden Text eines internen Displays zu dir, während deine Kamera von hinten durch das Glas filmt.

Das Ergebnis ist klassisches Fernseh-Prompter-Verhalten: Du liest von einem Bildschirm ab, dein Publikum sieht dich aber direkt ins Objektiv schauen. Elgato positioniert das Gerät bei Streamern, YouTubern und Podcastenden, die an einem festen Platz aufnehmen. Es ist kein mobiles Gerät. Ein Netzteil gehört dazu, die Einheit hat etwa die Größe eines großen Ringlicht-Fußes, und sie ist nicht fürs Reisen gedacht.

Verarbeitung: Glas, Blende und Display

Hier verdient sich der Elgato Prompter seinen Preis – zumindest teilweise.

Die Spiegelscheibe ist gut. Sie ist optisch klar, verzerrt nicht, und der 45-Grad-Winkel ist präzise genug, dass der Text auf normaler Lesedistanz (60–90 cm) scharf steht. Ich habe sie direkt mit zwei günstigeren Plastik-Tablet-Sets verglichen, die ich besitze – der Unterschied in der Glasklarheit ist offensichtlich.

Die Blende ist steifer, mattschwarzer Kunststoff. Sie tut, was sie soll: Umgebungslicht abschirmen, das sonst den Kontrast der Spiegelung mindern würde. Sie hält magnetisch, ein schönes Detail.

Das interne Display ist ein kleines 1080p-Panel, das die Einheit selbst per USB-C versorgt. Die Helligkeit reicht für normales Innenlicht; ich hatte es bei etwa 80 % und konnte auf 90 cm problemlos lesen.

Die Webcam-Position ist die eine Hardware-Einschränkung, die vorab genannt gehört. Deine Webcam sitzt mittig hinten in der Einheit, hinter dem Glas. Die meisten USB-Webcams passen. Mit einer Kamera mit großem Objektiv bekommst du Platz- und Abstandsprobleme.

Laut Elgatos eigener Produktdokumentation läuft das eingebaute Display mit 1920×1080 bei 60 Hz. Die Spiegelscheibe reflektiert rund 30 % und lässt etwa 70 % des Lichts zur Kamera durch – die Belichtung wird also nur wenig beeinflusst, kann bei manueller Belichtung aber 0,3–0,7 Blendenstufen Korrektur verlangen.

Die Elgato-Prompter-Software: was sie kann (und was nicht)

Der Elgato Prompter kommt mit einer Desktop-App für Windows und Mac. Sie ist kostenlos, braucht kein Abo und verbindet sich per USB mit der Hardware.

Was sie gut macht:

  • Reiner Text und .txt-Import
  • Schriftgröße einstellen (ich hatte 56 pt auf Armlänge)
  • Scrolltempo regeln – gleichmäßiger, motorisch wirkender Lauf
  • Bluetooth-Fernbedienung für freihändiges Tempo und Pause/Play
  • Grundformatierung: Zeilenumbrüche, Absatzabstände

Was sie nicht kann:

  • Kein nativer Import von .docx oder PDF – du kopierst den Text in die App
  • Kein sprachgesteuertes Scrollen
  • Keine Geräte-Synchronisierung, keine Skript-Bibliothek in der Cloud
  • Kein Prompter-Modus für einen zweiten oder externen Bildschirm

Die Software funktioniert, bleibt aber minimal. Die Bluetooth-Fernbedienung kostet rund 50 Euro extra. Nach zwei Wochen würde ich sagen: lohnt sich – das Scrollen per Knopfdruck pausieren zu können, ohne die Tastatur anzufassen, ist während einer laufenden Aufnahme wirklich nützlich.

Praxistest: zwei Wochen am Streaming-Schreibtisch

Ich habe den Elgato Prompter in den zwei Testwochen in drei klar unterschiedlichen Szenarien eingesetzt.

Szenario 1: geskriptete YouTube-Kommentare (12 Videos)
Genau dafür ist er gebaut. Der Blickkontakt ist spürbar besser als mit einem seitlich montierten iPad – beim Sichten war ein messbarer Unterschied darin zu sehen, wie „präsent“ ich vor der Kamera wirkte. Meine Blinzelrate war niedriger, und der kurze Seitenblick, der Ablesen abseits der Achse verrät, blieb aus.

Szenario 2: Livestream mit Stichpunkten
Hier wurde es komplizierter. Der Prompter zwang mich, Webcam und Monitorarm neu zu positionieren. Die Einrichtung dauerte beim ersten Mal rund 40 Minuten. Einmal eingestellt, lief das Scrollen im Live-Betrieb sauber – aber sobald ich längere Zeit vom Skript abwich, musste ich den Lauf von Hand pausieren, was mir in 90 Minuten zweimal den Rhythmus zerschossen hat.

Szenario 3: Podcast-Videoaufnahme (Face-Cam)
Für vorbereitete Segment-Einleitungen funktionierte das gut. In offenen Gesprächsteilen habe ich das Scrollen pausiert und das Gerät rein als Webcam-Rahmen genutzt – bei ausgeschaltetem Display beeinträchtigt das Glas die Bildqualität nicht nennenswert.

Ehrliche Grenzen, die du vor dem Kauf kennen solltest

Preis. Rund 250 Euro für die Einheit, plus etwa 50 Euro für die Bluetooth-Fernbedienung. Das sind 300 Euro, bevor du überhaupt geprüft hast, ob deine Webcam in die Halterung passt. Danach fallen keine Abogebühren an.

Null Mobilität. Der Elgato Prompter ist zu 100 % ein Schreibtischgerät. Es gibt keine Akku-Option, kein Stativgewinde an der Einheit, und das Glas ist empfindlich genug, dass man ohnehin nicht damit reisen möchte. Wenn ein Teil deiner Aufnahmen außerhalb des Heimstudios stattfindet, hilft dir dieses Gerät dort nicht.

Reflexionen bei bestimmtem Licht. Wenn direkt hinter dir eine helle Lichtquelle steht (ein Fenster, ein hinterleuchteter Monitor), fängt die Spiegelscheibe diese Reflexion ein und erzeugt ein sichtbares Artefakt im Bild. Das gilt für alle Beam-Splitter-Konstruktionen, nicht nur für Elgato. In einem sauber ausgeleuchteten Studio ist es kein Thema.

Der Bildausschnitt ändert sich. Die Webcam sitzt hinter dem Glas und in der Blende, was dein Sichtfeld verändert. Plan beim ersten Aufbau 20–30 Minuten fürs Neuausrichten der Kamera ein.

Die Blickachse hängt vom Abstand ab. Für den idealen Blickwinkel muss der Prompter etwa 60–100 cm von deinem Gesicht entfernt stehen.

Für wen sich der Elgato Prompter lohnt

Kauf ihn, wenn:

  • du regelmäßig geskriptetes Video an einem festen Schreibtischplatz aufnimmst
  • deine Webcam ein USB-Modell ist, das in die Halterung passt
  • du einen seitlichen Monitor oder ein iPad als Prompter-Lösung schon ausgeschlossen hast
  • das Budget im Bereich 250–300 Euro keine Rolle spielt
  • die Qualität des Blickkontakts für deinen Kanal oder deine Marke messbar zählt

Lass ihn stehen, wenn:

  • du an mehreren Orten aufnimmst oder mit deinem Equipment reist
  • du mit iPhone oder Systemkamera auf dem Stativ vor Ort drehst
  • du noch testest, ob geskriptetes Video überhaupt zu deinem Workflow passt
  • du sprachgesteuertes Scrollen oder Skript-Sync über Geräte hinweg willst

Die reine Software-Alternative: Teleprompter-Apps für iPad und iPhone

Wer die optische Präzision einer Spiegelscheibe nicht braucht, fährt mit einer Software auf iPad oder iPhone neben dem Objektiv deutlich flexibler.

Teleprompter-Scrolling Scripts läuft nativ auf iPhone, iPad und Mac. Ich habe es für Drehs vor Ort, iPhone-auf-Stativ-Aufnahmen und Situationen genutzt, in denen ich nicht am Schreibtisch war – also überall dort, wo der Elgato Prompter nicht hinkommt. Die App bietet variables Scrolltempo, große Schriftanzeige, Textimport und einen Spiegelmodus für den Einsatz mit einem Beam-Splitter-Rig, falls du eins hast. Auch die Apple Watch funktioniert als Fernbedienung.

Der ehrliche Kompromiss: Von einem seitlich stehenden Bildschirm abzulesen erzeugt eine leichte Abweichung der Blickachse. Ob das stört, hängt von deinem Format ab. Der Vergleich der beste kostenlose Teleprompter-Apps deckt Software- und Hardware-Ansätze in voller Breite ab.

Eine Wistia-Untersuchung zur Zuschauerbindung aus dem Jahr 2024 ergab, dass Videos, in denen die sprechende Person durchgehend Blickkontakt zur Kamera hält, im Schnitt 34 % länger angesehen werden als Videos mit häufig abschweifendem Blick. Hardware-Teleprompter mit Spiegelscheibe sind die verlässlichste Methode, kameraachsigen Blickkontakt am Schreibtisch zu erreichen – Software-Prompter auf einem seitlichen Gerät schließen die Lücke aber deutlich.

Fazit

Der Elgato Prompter hält, was er verspricht. Die Glasqualität stimmt, das Display ist für kontrollierte Umgebungen hell genug, und die Verbesserung des Blickkontakts war in meinem Material messbar und real. Wer als Streamer oder YouTuber an einem festen Platz arbeitet und 300 Euro in die eigene Wirkung vor der Kamera stecken will, kauft hier nichts Falsches.

Für alle ist er trotzdem nicht. Das Gerät ist unbeweglich, verlangt eine bestimmte Webcam-Größe, und die Software ist so minimal, dass skriptlastige Abläufe sperrig werden. Wenn du an mehr als einem Ort aufnimmst, mit dem iPhone auf dem Stativ drehst oder Teleprompter-Skripte erst einmal ausprobieren willst, ist eine native App auf einem Gerät, das du schon hast, der klügere Einstieg.

Wenn du den Elgato Prompter gegen BigVU, Cue oder andere Software-Prompter abwägst, geht der Vergleich BIGVU gegen Teleprompter-Apps im Detail darauf ein. Und wenn du noch zwischen Prompter und klassischen Karteikarten schwankst, lohnt sich vorher cue cards vs teleprompter .

Häufig gestellte Fragen

Was kostet der Elgato Prompter?

Der Elgato Prompter liegt bei rund 250 Euro. Darin enthalten sind die Hardware mit eingebautem Display, die Spiegelscheibe und die Blende. Die begleitende Elgato-Prompter-Software ist kostenlos. Dazu brauchst du eine passende Webcam oder Kamera hinter dem Glas – ein zusätzlicher Posten, falls du keine besitzt.

Funktioniert der Elgato Prompter mit jeder Kamera oder Webcam?

Der Elgato Prompter ist in erster Linie für Webcams gedacht – etwa Elgato Facecam, Logitech Brio und ähnliche USB-Modelle. Mit einer kleinen Systemkamera oder DSLR geht es über die Durchführung ebenfalls, für größere Objektive ist das Gerät aber nicht ausgelegt. Die Kamera sitzt mittig in der Blende hinter der Spiegelscheibe.

Welche Software nutzt der Elgato Prompter?

Der Elgato Prompter kommt mit einer eigenen Desktop-App für Windows und Mac, die Skriptimport, Schriftgröße, Scrolltempo und Fernsteuerung übernimmt. Sie unterstützt reinen Text und gängige Dokumentformate. Eine Bluetooth-Fernbedienung kann das Scrollen ebenfalls steuern. Die App ist kostenlos und ohne Abo.

Taugt der Elgato Prompter für Außenaufnahmen oder Drehs vor Ort?

Nein – der Elgato Prompter ist ein reines Schreibtischgerät. Er braucht Netzstrom, einen Tisch oder Monitorständer und eine stabile Fläche. Er ist nicht mobil und funktioniert weder für spontane Drehs noch für Aufnahmen mit dem iPhone auf dem Stativ. Für solche Fälle passt eine Teleprompter-App auf iPad oder iPhone besser.

Was ist ein Beam-Splitter-Teleprompter?

Ein Beam-Splitter-Teleprompter nutzt eine teilweise reflektierende Glasscheibe, die im 45-Grad-Winkel vor dem Objektiv steht. Das Display wirft den Text auf das Glas, das Skript wird zur sprechenden Person gespiegelt – die Kamera dahinter filmt einfach hindurch. Ergebnis: Man liest ab und schaut dabei scheinbar direkt in die Kamera.

Welche Alternativen zum Elgato Prompter gibt es bei kleinem Budget?

Wer keine eigene Hardware braucht, fährt mit einer Teleprompter-App auf iPhone oder iPad am praktischsten. Apps wie Teleprompter-Scrolling Scripts laufen auf Geräten, die du schon hast, bieten variables Scrolltempo, Schriftgrößenregelung und Spiegelung und kosten einen Bruchteil des Hardwarepreises. Der Kompromiss: Du liest von einem Bildschirm neben dem Objektiv, nicht durch eine Spiegelscheibe.

Ryan Kowalski Ryan KowalskiRyan Kowalski testet iOS- und macOS-Apps für Content-Creator, mit Schwerpunkt auf Teleprompter-, Kamera- und Produktivitätswerkzeugen. Seine Regel: eine App mindestens zwei Wochen täglich nutzen, bevor er ein Wort darüber schreibt.

Teleprompter testen, bevor du in Hardware investierst

Teleprompter-Scrolling Scripts läuft nativ auf iPhone, iPad und Mac. Variables Scrolltempo, große Textanzeige, Spiegelmodus für Beam-Splitter-Rigs und Apple Watch als Fernbedienung. Kostenlos laden und den Workflow ausprobieren, bevor du 250 Euro für Hardware ausgibst.

Kostenlosen Online-Teleprompter nutzen Kostenlose App laden